Staatliche Zugehörigkeit

Mittenaar - Lahn-Dill-Kreis - Regierungsbezirk Gießen - Hessen - Deutschland

Postleitzahl

W6331
35756 (seit 1993)

Kennung

OFFACHJO40EQ

Das weitverzweigte Adelsgeschlecht der Herren von Dernbach war bis zum Ende der “Dernbacher Fehde” in 1333 die massgebende Familie in der Herborner Mark. Einer Urkunde des Johann von Dernbach verdankt Offenbach die Ersterwähnung in 1269. Auch nach Beendigung der Kämpfe mit den Grafen von Nassau behielten die Dernbacher zu Offenbach zwei Höfe und das Patronatsrecht über die Offenbacher Kirche, das sie erst im 17. Jahrhundert aufgaben.

In den Schreckensjahren des 30jährigen Krieges fielen im April 1635 die Horden des kaiserlichen Generals Philipp von Mansfeld über die Aartaldörfer her und äscherten in Offenbach 60, in Bicken 53 und in Ballersbach 18 Gebäude ein. Unvergessen blieb auch ein düstres Kapitel des grossen Krieges, die Hexenverfolgung. Die eigenen Mitbürger brachten 1629/30 in Offenbach 6, in Bicken 18 und in Ballersbach ebenfalls 6 Frauen auf den Scheiterhaufen.

Bei den Türmen der Kirchen in Mittenaar handelt es sich um Wehrtürme, die zeitgleich vermutlich im 13. Jahrh. entstanden sind. Auf gesichertem Boden bewegen wir uns bei den Zeitangaben für den Turmhelm der Offenbacher Kirche. Das Eichenholz wurde nach einer dendrochronologischen Untersuchung in 1359 geschlagen. 1661 baten die Offenbacher und die Ballersbacher den Grafen Ludwig Henrich von Nassau um Unterstützung beim Aufbau ihrer durch den Krieg verfallenen Kirchen. 1719 folgte in Offenbach eine weitere umfassende Erneuerung. Als ältestes Kulturdenkmal beherbergt der Turm eine Glocke aus dem Jahre 1452, die seitdem ununterbrochen in Gebrauch ist. Neben den vielen Toten, die im zweiten Weltkrieg zu beklagen waren (in Offenbach starben 97, in Ballersbach 65 und in Bellersdorf 14 Personen), ist als weiteres einschneidendes Ereignis die Vertreibung von über 13 Millionen Deutschen aus ihrem alten Siedlungsgebiet zu betrachten. Die meisten von ihnen fanden in 1946/47 in Westdeutschland eine neue Heimat. Offenbach nahm bis 1950 185 “Flüchtlinge” auf. Die Vergleichszahlen für Bicken, Ballersbach und Bellersdorf lauten 279, 202 und 65. Die schnelle Integration der Heimatvertriebenen war eine der grossen Leistungen der Nachkriegszeit. Die gestiegene Einwohnerzahl machte 1955/56 eine Erweiterung des Kirchenschiffes in Offenbach erforderlich. Mit der im Herbst des vergangenen Jahres abgeschlossenen Renovierung der Kirche hat die vor über fünf Jahren begonnene Neugestaltung des Offenbacher Kirchbergs ihren Abschluss gefunden.

[Quelle: Homepage der Gemeinde Mittenaar]

Offenbach