Staatliche Zugehörigkeit

Mittenaar - Lahn-Dill-Kreis - Regierungsbezirk Gießen - Hessen - Deutschland

Postleitzahl

W6349
35756 (seit 1993)

Kennung

BICKEN_W6349

Bicken_Ev_Kirche
Evangelische Kirche

Bicken_Altes_Rathaus
Altes Rathaus

 

Aus dem Hochmittelalter stammen die ersten urkundlichen Belege der Existenz unserer Dörfer. Sie sagen nichts über deren wirkliches Alter aus, welches wesentlich höher anzusetzen ist. Aus der Namenslosigkeit der Vergangenheit taucht als erstes Dorf Bicken auf.

Die Historie dieses Ortes in jener frühen Zeit ist untrennbar mit dem gleichnamigen Adelsgeschlecht der Herren von Bicken verbunden. In einer Kölner Urkunde aus dem Jahre 1218 wird auch Anselm von Bicken erwähnt. Der Herkunftsname des Anselm ist als Ersterwähnung des Ortsnamens der Gemeinde Bicken anzusehen. Allerdings scheint nach den wenigen überlieferten Dokumenten die Bedeutung der Ritter von Bicken schon im Abnehmen begriffen gewesen zu sein, als sie in das Licht der Geschichte eintreten. Ebenso spärlich und ungewiss sind die Überlieferungen von der Burg in Bicken.

Wahrscheinlich hat es sich um eine befestigte Hofanlage gehandelt, die im Bereich des "Burggrabens" lag. Möglicherweise ist der untere Teil des Kirchturms der Wehrturm der Burg gewesen. Im Kampf um die Vorherrschaft in der Herborner Mark unterlagen die Adeligen von Bicken und Dernbach den Grafen von Nassau. Sie verkauften an die Nassauer verschiedene Rechte und Besitztümer, behielten aber mehrere Höfe und das Patronatsrecht. Nach der Reformation ordnete Graf Johann von Nassau die Zusammenlegung der Kirchspiele von Bicken und Offenbach an. Der Pfarrer nahm seit etwa 1590 seinen Wohnsitz in Bicken. Im 30jährigen Krieg wurde das Dorf mehrfach Opfer von Überfällen und Plünderungen. Die Gemeindezusammenschlüsse sind keine Erfindung unserer Tage. In der napoleonischen Zeit (1807 - 1813) war Bicken schon einmal Mittelpunkt der "Mairie Bicken", zu der die Orte Offenbach, Bicken, Ballersbach und Herbornseelbach zählten. Von der Auswanderungswelle in der herzoglich- nassauischen zeit (1816 - 1866) wurde Bicken in besonderem Maße betroffen. Von 1834 bis 1865 zogen über 150 Menschen nach Amerika. Aus dem Nachbarort Offenbach waren es über 100. Die Einwohnerzahl nahm infolge der Auswanderung in den beiden Dörfern stark ab.

Schmerzliche Lücken hinterliessen die beiden Weltkriege in diesem Jahrhundert. Zu den Opfern des Krieges 1914- 18 zählten 27 Bicker Soldaten. Im zweiten Weltkrieg starben 78 Kriegsteilnehmer aus diesem Dorf.

[Quelle: Homepage der Gemeinde Mittenaar]

Bicken